Website-Strategie
Social Media und Website: 6 Regeln, damit beides zusammen Anfragen bringt
Ein Instagram-Profil ersetzt keine Website, und eine Website ohne Leben wirkt verlassen. Sechs Regeln, wie Social Media und Website zusammenarbeiten, statt sich gegenseitig Zeit zu stehlen.
Kurz gesagt: Social Media und Website haben unterschiedliche Aufgaben. Soziale Netzwerke sind das Schaufenster, in dem Menschen zufällig auf Ihren Betrieb stoßen. Die Website ist das eigene Haus, in dem sie sich informieren und anfragen. Wer beides verbindet, führt jeden Beitrag zu einer passenden Seite, nutzt Projekte doppelt, hält die Angaben überall gleich und pflegt nur die Kanäle, für die wirklich Zeit da ist.
Viele Betriebe fragen sich, ob sie überhaupt noch eine Website brauchen, wenn das Instagram-Profil gut läuft. Andere haben eine ordentliche Website, aber seit Jahren keinen Beitrag mehr gepostet und fühlen sich deshalb schlecht. Beides lässt sich auflösen, wenn klar ist, was welcher Kanal leisten soll.
1. Social Media und Website: das Schaufenster und das eigene Haus
Auf Instagram, Facebook oder LinkedIn sind Sie Gast. Die Plattform entscheidet, wer Ihre Beiträge sieht, kann Regeln und Darstellung jederzeit ändern und im schlimmsten Fall ein Profil sperren. Was dort über Jahre gewachsen ist, gehört Ihnen nicht.
Die Website gehört Ihnen. Sie wird über Google gefunden, wenn jemand gezielt nach Ihrer Leistung und Ihrem Ort sucht, und sie bleibt, auch wenn ein Netzwerk an Bedeutung verliert. Deshalb gehören die wichtigen Inhalte dorthin: Ihre Leistungen, Ihre Referenzen, Ihre Kontaktdaten. Social Media lenkt Aufmerksamkeit dorthin.
2. Jeder Beitrag führt zu einer Seite
Ein schönes Foto bringt Herzen, aber selten eine Anfrage. Die Anfrage entsteht, wenn jemand mehr wissen will und einen Ort findet, an dem er weiterlesen kann.
Setzen Sie deshalb in Ihr Profil einen Link zur Website, nicht nur zur Startseite, sondern dorthin, wo Interessenten am ehesten hinwollen: zur Leistungsseite oder direkt zur Kontaktanfrage. Weisen Sie in Beiträgen auf die passende Seite hin, etwa „Mehr zum Projekt auf unserer Website“. Auf LinkedIn und Facebook lassen sich Links direkt in Beiträge setzen; auf Instagram läuft es meist über den Link im Profil.
3. Projekte doppelt nutzen: ausführlich auf der Website, kurz im Netzwerk
Ein abgeschlossener Auftrag ist der beste Inhalt, den ein Betrieb hat. Auf der Website bekommt er eine eigene Referenz mit mehreren Bildern, einer kurzen Beschreibung der Aufgabe, des Ergebnisses und gern einer Stimme des Kunden. Im Netzwerk zeigen Sie davon ein oder zwei Bilder und verweisen auf die ausführliche Fassung.
So entsteht aus einer Arbeit zweimal Inhalt, ohne doppelten Aufwand. Wie gute Projektfotos gelingen, steht im Artikel Projekte fotografieren; wie Sie Rückmeldungen von Kunden einbinden, im Beitrag über Kundenstimmen auf der Website. Beispiele, wie Referenzen auf einer Website aussehen können, finden Sie unter Projekte.
4. Überall dieselben Angaben
Name, Adresse, Telefonnummer, Öffnungszeiten und Leistungsbeschreibung sollten auf der Website, im Google-Unternehmensprofil und in allen sozialen Profilen übereinstimmen. Weichen sie voneinander ab, verunsichert das Kunden, und auch Suchmaschinen können die Angaben schlechter einem Betrieb zuordnen. Wie Sie das Google-Profil dafür pflegen, beschreibt der Artikel Google-Unternehmensprofil optimieren.
Auch für geschäftlich genutzte Profile in sozialen Netzwerken gilt in der Regel die Impressumspflicht. Häufig genügt ein gut auffindbarer Link auf das Impressum Ihrer Website. Ob das in Ihrem Fall ausreicht, klären Sie im Zweifel mit Ihrer Kammer oder einer Rechtsberatung.
5. Auf der Website verlinken statt einbetten
Eingebettete Instagram-Feeds, Like-Buttons oder Facebook-Boxen sehen lebendig aus, laden aber Inhalte von den Servern der Plattformen. Das macht die Seite langsamer und setzt in der Regel eine Einwilligung der Besucher voraus, also einen zusätzlichen Eintrag im Cookie-Banner.
Einfacher ist ein schlichter Link zu Ihren Profilen, etwa im Fußbereich oder auf der Kontaktseite. Er lädt nichts von fremden Servern, bevor jemand darauf klickt. Wer aktuelle Arbeiten zeigen will, stellt sie besser als Referenz auf die eigene Website, dort bleiben sie auch dauerhaft auffindbar.
6. Nur die Kanäle pflegen, für die Zeit da ist
Ein Profil, auf dem der letzte Beitrag zwei Jahre alt ist, wirkt schlechter als gar keines. Entscheiden Sie sich lieber für einen Kanal, den Sie regelmäßig bespielen können, als für vier, die verwaisen.
Als grobe Orientierung: Instagram passt zu Gewerken, deren Arbeit man sieht, etwa Schreinerei, Garten- und Landschaftsbau oder Malerbetrieb. LinkedIn eignet sich, wenn Sie Gewerbekunden, Hausverwaltungen oder Architekten erreichen wollen. Facebook erreicht oft eine ältere, lokale Zielgruppe. Für die Suche nach Auszubildenden kann ein Kanal sinnvoll sein, auf dem sich Jugendliche aufhalten, verbunden mit einer eigenen Karriereseite. Welche Inhalte eine Handwerker-Website dafür braucht, zeigt die Übersicht Website für Handwerker.
Was Sie jetzt tun können
- Prüfen Sie, wohin der Link in Ihren sozialen Profilen führt, und setzen Sie ihn auf die wichtigste Seite.
- Vergleichen Sie Name, Telefonnummer und Öffnungszeiten auf Website, Google-Profil und sozialen Profilen.
- Ersetzen Sie eingebettete Feeds oder Like-Buttons durch einfache Links.
- Stellen Sie Ihr nächstes abgeschlossenes Projekt zuerst als Referenz auf die Website und verweisen Sie im Beitrag darauf.
- Entscheiden Sie, welchen Kanal Sie wirklich regelmäßig pflegen, und lassen Sie die anderen ruhen.
Wenn Sie Ihre Website so aufbauen möchten, dass Social Media und Website ineinandergreifen, sehen Sie sich an, wie die Zusammenarbeit abläuft, oder schreiben Sie mir über die Kontaktseite.
Häufige Fragen
Reicht ein Instagram-Profil statt einer Website?
Für den Anfang kann ein Profil Aufmerksamkeit bringen. Wer aber über Google nach einer Leistung und einem Ort sucht, findet in erster Linie Websites und Google-Unternehmensprofile. Außerdem bestimmt die Plattform, wer Ihre Beiträge sieht. Eine eigene Website bleibt die verlässliche Grundlage.
Wie oft sollte ich in sozialen Netzwerken posten?
Eine feste Zahl gibt es nicht. Wichtiger als die Häufigkeit ist die Regelmäßigkeit: Lieber verlässlich alle zwei Wochen ein Projekt zeigen als einen Monat lang täglich und danach gar nicht mehr.
Soll ich meinen Instagram-Feed auf der Website einbinden?
Meist ist ein einfacher Link die bessere Lösung. Ein eingebetteter Feed lädt Inhalte von fremden Servern, macht die Seite langsamer und braucht in der Regel eine Einwilligung der Besucher. Ihre besten Arbeiten zeigen Sie dauerhaft besser als Referenz auf der eigenen Website.