Tipps & Tricks · Für Schreinereien
Schreinerei-Projekte fotografieren: So wirken Möbel und Einbauten auf der Website
Maßarbeit muss man sehen, bevor man anfragt. Wie Schreinereien ihre Projekte mit einfachen Mitteln so fotografieren und beschreiben, dass Qualität sichtbar wird.
Kurz gesagt: Gute Projektfotos einer Schreinerei brauchen kein Studio. Entscheidend sind ruhiges Tageslicht, ein aufgeräumter Raum, drei feste Perspektiven (Übersicht, Detail, Einbausituation) und ein kurzer Text mit Holzart, Oberfläche, Ort und der Besonderheit des Auftrags. Wer so arbeitet, zeigt Qualität, statt sie zu behaupten.
Ein Möbelstück nach Maß kauft niemand nach einem Prospekt. Kunden wollen sehen, ob Fugen sauber laufen, wie die Maserung verläuft und ob der Betrieb schon einmal eine ähnliche Aufgabe gelöst hat. Die Fotos auf Ihrer Website übernehmen das Gespräch, das im Verkaufsraum eines Möbelhauses der Verkäufer führen würde.
Licht entscheidet mehr als die Kamera
Moderne Smartphones reichen aus, wenn das Licht stimmt. Fotografieren Sie bei diffusem Tageslicht, am besten vormittags oder bei bedecktem Himmel. Direktes Sonnenlicht erzeugt harte Schatten und blendet auf lackierten Flächen. Schalten Sie das Deckenlicht aus, wenn es gelb wirkt und mit dem Tageslicht mischt, denn gemischte Lichtfarben lassen Holz schnell fleckig aussehen.
Ein Praxistipp: Fotografieren Sie Möbel, bevor der Kunde sie einräumt oder dekoriert. Leere Regale und freie Flächen lassen die Konstruktion sprechen. Ein einzelner passender Gegenstand, etwa eine Vase oder ein Buch, darf als Maßstab bleiben. Ein ganzer Haushalt lenkt ab und wirft Fragen zum Datenschutz auf.
Drei Perspektiven pro Projekt
Für jedes Projekt genügen drei Bildtypen, die Sie immer wieder gleich aufbauen:
- Das Übersichtsbild. Der ganze Einbauschrank oder die Küche in der Raumsituation, leicht von der Seite, mit Abstand. Es beantwortet: Wie passt das in den Raum?
- Das Detail. Kante, Griff, Auszug, Verbindung. Gehen Sie nah heran und achten Sie auf Schärfe. Hier erkennen Fachleute und Kenner Ihre Arbeit.
- Die Problemstelle. Dachschräge, Nische, Treppenhaus, schiefe Wand: Das Bild, das zeigt, was an diesem Auftrag schwierig war. Es unterscheidet Sie von Betrieben, die nur Standardmaße liefern.
Wer zusätzlich ein Bild aus der Werkstatt hat, etwa das Zuschneiden oder das Verleimen, zeigt den Weg zum Ergebnis. Das schafft Vertrauen, weil Kunden sehen, dass die Arbeit nicht aus einem Katalog kommt.
Typische Fehler bei Schreinerei-Fotos
- Weitwinkel auf Abstand. Ultraweitwinkel verzerrt Linien und lässt Möbel kleiner und schiefer wirken. Nutzen Sie die normale Brennweite und stellen Sie sich weiter weg.
- Schiefe Horizonte. Gerade Linien sind in Ihrem Beruf das Qualitätsmerkmal. Ein schiefes Bild widerspricht dem Anspruch. Aktivieren Sie das Raster in der Kamera-App.
- Verwackelte Details. Stützen Sie das Smartphone ab oder nutzen Sie den Selbstauslöser.
- Zu starke Filter. Holz soll nach Holz aussehen. Sättigung und Filter verfälschen Farbtöne und führen zu Reklamationen.
Was der Text zum Foto sagen sollte
Ein Bild ohne Text ist nur ein Bild. Zwei bis vier Sätze machen daraus eine Referenz:
- Was wurde gebaut, in welcher Holzart und Oberfläche?
- Wo steht es (Ort oder Region, keine Privatadresse)?
- Was war die Besonderheit: Dachschräge, Altbau, Maßtoleranz, Zeitdruck?
- Wie lange hat es vom Aufmaß bis zur Montage gedauert? Nennen Sie das nur, wenn es eine typische Dauer ist.
Holen Sie vor der Veröffentlichung das Einverständnis des Kunden ein, am besten schriftlich per E-Mail. Das gilt besonders, wenn Innenräume zu sehen sind. Wie Sie solche Texte allgemein aufbauen, steht im Artikel Website-Texte für Handwerksbetriebe.
Wie viele Projekte brauchen Sie?
Sechs bis zehn gut dokumentierte Projekte schlagen vierzig mittelmäßige. Ordnen Sie sie nach Leistung (Einbauschränke, Küchen, Treppen, Türen) und verlinken Sie sie von den jeweiligen Leistungsseiten. Wie eine solche Struktur für Schreinereien aussieht, zeigt die Seite Website für Schreinerei. Der Grundaufbau steht im Artikel Website für Schreiner: 7 Inhalte, die Anfragen bringen.
Was Sie jetzt tun können
Suchen Sie sich ein abgeschlossenes Projekt der letzten Monate aus. Fotografieren Sie es noch einmal oder wählen Sie aus vorhandenen Bildern drei aus: Übersicht, Detail, Problemstelle. Schreiben Sie vier Sätze dazu und bitten Sie den Kunden um sein Einverständnis. Wenn Sie wissen möchten, wie Ihre Projektseiten im Vergleich aussehen, schreiben Sie mir über das Kontaktformular. Ich schaue mir Ihren Auftritt an und melde mich persönlich.
Häufige Fragen
Brauche ich einen Fotografen für meine Projekte?
Nicht zwingend. Mit Tageslicht, aufgeräumtem Raum und festen Perspektiven erreichen Sie mit einem aktuellen Smartphone gute Ergebnisse. Ein Fotograf lohnt sich für wenige Schlüsselprojekte, etwa für die Startseite, wenn die Bilder auch für Prospekte genutzt werden.
Darf ich Kundenräume fotografieren und veröffentlichen?
Nur mit Einverständnis des Kunden. Vermeiden Sie erkennbare Privatgegenstände, Familienfotos und Adressen. Eine kurze schriftliche Bestätigung per E-Mail genügt in der Regel als Nachweis. Im Zweifel klären Sie das mit Ihrer Handwerkskammer oder einem Rechtsanwalt.
Wie groß sollen die Bilder auf der Website sein?
Groß genug für Details, klein genug für schnelle Ladezeiten. Das Bild sollte nicht größer als nötig hochgeladen werden, und das Format sollte für das Web optimiert sein. Das übernehme ich beim Bau der Seite, Sie müssen nur gute Originale liefern.