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Azubis über die Website finden: 6 Bausteine einer Karriereseite im Handwerk

Jugendliche und Eltern schauen vor der Bewerbung auf die Website. Sechs Bausteine einer Karriereseite zeigen, wie Handwerksbetriebe dort Interesse wecken — ehrlich und mit wenig Aufwand.

Kurz gesagt: Wer Azubis über die Website finden will, braucht eine eigene Karriereseite, die ehrlich zeigt, wie Ausbildung im Betrieb aussieht. Dazu gehören echte Fotos vom Team und von der Arbeit, eine verständliche Beschreibung der Ausbildungsberufe, ein konkreter Ansprechpartner, ein einfacher Weg zur Bewerbung und die Möglichkeit, den Betrieb vorab kennenzulernen, etwa mit einem Praktikum. Je klarer die Seite, desto leichter fällt Jugendlichen und ihren Eltern der erste Schritt.

Viele Betriebe suchen Nachwuchs — und viele Jugendliche wissen wenig über das Handwerk. Die Website ist der Ort, an dem beides zusammenkommt: Wer sich für eine Ausbildung interessiert, schaut vor der Bewerbung online nach, oft am Smartphone und manchmal gemeinsam mit den Eltern. Sechs Bausteine entscheiden, ob er bleibt.

1. Eine eigene Seite für die Ausbildung

Verstecken Sie Stellenanzeigen nicht in der Navigation unter „Sonstiges“. Eine eigene Seite „Ausbildung“ oder „Karriere“, direkt erreichbar von der Startseite, zeigt, dass Ihnen Nachwuchs wichtig ist. Nennen Sie darauf, welche Berufe Sie ausbilden, und verwenden Sie die Berufsbezeichnungen, die Jugendliche kennen — etwa „Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik“ — und ergänzen Sie in einem Satz, was man dabei den ganzen Tag macht.

Wie Sie solche Seiten für einzelne Gewerke aufbauen, zeigen zum Beispiel die Seiten Website für Zimmerei und Website für Elektriker.

2. Echte Fotos statt Stockbilder

Jugendliche erkennen Stockfotos sofort. Zeigen Sie stattdessen echte Menschen aus Ihrem Betrieb: das Team bei der Arbeit, Azubis bei einer Aufgabe, die Werkstatt oder Baustelle. Bitten Sie alle Abgebildeten vorab um ihr Einverständnis und halten Sie das fest, besonders bei Minderjährigen.

Auch kurze Sätze von Azubis wirken glaubwürdig, wenn sie echt sind: „Was gefällt dir an deiner Ausbildung?“ — in zwei, drei Sätzen, mit Vorname und Ausbildungsjahr. Erfinden oder beschönigen Sie nichts.

3. Ein Tag in der Ausbildung — konkret beschrieben

Viele Jugendliche wissen nicht, was sie erwartet. Beschreiben Sie einen typischen Tag: Wann beginnt er, was lernt man im ersten Jahr, wann ist man auf der Baustelle, wann in der Berufsschule? Je konkreter, desto weniger Unsicherheit. Wer Anforderungen nennt, sollte auch sagen, wie man sich vorbereiten kann.

Prüffrage: Könnte ein Jugendlicher nach dem Lesen seinen Eltern erklären, was er bei Ihnen lernen würde?

4. Ehrlich über Voraussetzungen und Perspektiven sprechen

Welchen Schulabschluss erwarten Sie? Wie läuft die Ausbildung ab? Welche Weiterbildung ist später möglich — etwa zum Meister? Nennen Sie, was stimmt, und verzichten Sie auf Versprechen, die Sie nicht halten können. Wenn Sie die Ausbildungsvergütung nennen, dann mit den realen Werten Ihres Betriebs oder des geltenden Tarifs; wenn Sie sie nicht nennen, sagen Sie, wo man sie erfährt.

Ehrlichkeit wirkt stärker als Werbesprache. Das gilt für Kunden wie für Bewerber — dazu auch der Artikel Website-Texte für Handwerksbetriebe.

5. Ein Ansprechpartner und ein einfacher Weg zur Bewerbung

Nennen Sie einen Namen, ein Foto und eine Telefonnummer, die sich am Smartphone antippen lässt. Das senkt die Hemmschwelle, einfach anzurufen. Dazu ein kurzes Formular oder eine E-Mail-Adresse: Wer sich bewerben will, sollte das in zwei Minuten schaffen, ohne sofort ein langes Anschreiben schreiben zu müssen. Beschreiben Sie, welche Unterlagen Sie brauchen und wie es nach dem Absenden weitergeht.

Wenn Sie Bewerberdaten erheben, sollten Sie in der Datenschutzerklärung beschreiben, wie damit umgegangen wird. Rechtliche Fragen dazu klären Sie am besten mit Ihrer Handwerkskammer oder einem Rechtsanwalt.

6. Schnuppern und Praktikum anbieten

Viele Betriebe finden Azubis über ein Praktikum. Machen Sie den Weg dorthin sichtbar: ein Hinweis „Praktikum oder Schnuppertag vereinbaren“ mit Ansprechpartner. So lernen sich beide Seiten kennen, bevor jemand eine Entscheidung trifft.

Was Sie jetzt tun können

Legen Sie eine Seite „Ausbildung“ an. Schreiben Sie in je zwei, drei Sätzen: welche Berufe, wie ein Tag aussieht, welche Voraussetzungen, wer der Ansprechpartner ist und wie man sich bewirbt. Ergänzen Sie zwei, drei echte Fotos. Verlinken Sie die Seite von der Startseite und im Google-Unternehmensprofil, damit Interessierte sie finden — mehr dazu im Artikel Google-Unternehmensprofil optimieren.

Wenn Sie Unterstützung brauchen, schauen Sie sich an, was ich für Betriebe umsetze, unter Websites für Handwerker — für Regionen wie Bayern und Baden-Württemberg. Für ein unverbindliches Gespräch schreiben Sie mir über das Kontaktformular.

Häufige Fragen

Braucht jeder Handwerksbetrieb eine eigene Karriereseite?

Wer Nachwuchs sucht, profitiert davon. Schon eine kurze, ehrliche Seite mit Berufen, Ansprechpartner und Bewerbungsweg ist besser als gar keine Information.

Welche Fotos eignen sich für die Karriereseite?

Echte Fotos von Team, Arbeit und Betrieb. Holen Sie das Einverständnis aller Abgebildeten ein, bei Minderjährigen das der Eltern oder Sorgeberechtigten.

Soll ich die Ausbildungsvergütung nennen?

Sie müssen nicht, aber es schafft Klarheit. Nennen Sie nur reale Werte Ihres Betriebs oder des geltenden Tarifs; wenn Sie keine Zahlen nennen, sagen Sie, wo man sie erfährt.

Wie bringe ich Jugendliche zur Karriereseite?

Verlinken Sie sie von der Startseite, nennen Sie sie im Google-Unternehmensprofil und weisen Sie auf Schulbesuchen, Ausbildungsmessen und in Aushängen darauf hin. Die Website ersetzt nicht das persönliche Gespräch, sie ergänzt es.

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