Website-Strategie
Preise auf der Website nennen? 4 Wege, wie Betriebe mit dem Thema Kosten umgehen
Fast jeder Kunde will wissen, was es kostet. Nicht jeder Betrieb kann feste Preise nennen. Vier Wege, wie Sie auf der Website trotzdem offen mit Kosten umgehen.
Kurz gesagt: Ob Sie Preise auf der Website nennen sollten, hängt davon ab, wie gut sich Ihre Leistung standardisieren lässt. Bei Einzelanfertigungen und Sanierungen sind feste Preise selten seriös. Dort erklären Sie besser, wovon der Preis abhängt und wie man zu einem Angebot kommt. Bei wiederkehrenden, klar umrissenen Leistungen wie einer Wartung, einer Endreinigung oder einer Übernachtung schaffen konkrete Preise dagegen Vertrauen und sparen beiden Seiten Zeit.
Die Frage nach dem Preis ist meist die erste, die ein Kunde stellt, und die letzte, die er auf vielen Websites beantwortet bekommt. Wer gar nichts zum Thema Kosten sagt, wirkt schnell so, als habe er etwas zu verbergen. Wer dagegen einen Pauschalpreis nennt, der später nicht hält, verliert noch mehr Vertrauen. Zwischen diesen beiden Extremen gibt es vier gangbare Wege.
1. Keine Preise, aber die Preisfaktoren erklären
Für die meisten Handwerksbetriebe ist das der passende Weg. Ein Bad, ein Dachstuhl oder ein Einbauschrank lassen sich nicht pauschal beziffern, weil Größe, Zustand und Material jedes Mal anders sind. Statt zu schweigen, erklären Sie, was den Preis bestimmt.
Ein Malerbetrieb könnte zum Beispiel schreiben:
- wie groß die Flächen sind und wie hoch die Räume
- in welchem Zustand der Untergrund ist und wie viel Vorarbeit nötig ist
- welche Farben und Techniken gewünscht sind
- ob Möbel gerückt und Böden abgedeckt werden müssen
So versteht der Kunde, warum zwei Angebote unterschiedlich ausfallen, und kann seine Anfrage gleich mit den richtigen Angaben stellen. Wie eine Reinigungsfirma das umsetzt, zeigt der Artikel Reinigungsangebote verständlich machen.
2. Feste Preise für klar umrissene Leistungen
Manche Leistungen sind immer gleich oder fast gleich: eine jährliche Heizungswartung, die Prüfung einer Elektroanlage nach festem Umfang, eine Endreinigung nach Wohnungsgröße oder die Übernachtung in einer Ferienwohnung. Hier lohnt sich ein konkreter Preis auf der Website.
Wichtig ist, dass klar dasteht, was enthalten ist und was nicht. Ein Wartungspreis ohne Hinweis auf Anfahrt oder Verschleißteile führt zu genau der Enttäuschung, die Sie vermeiden wollen.
Wer Verbrauchern gegenüber mit Preisen wirbt, muss nach der Preisangabenverordnung den Gesamtpreis einschließlich Umsatzsteuer angeben. Klären Sie die Details im Zweifel mit Ihrer Steuerberatung oder einer Rechtsberatung, bevor Sie Preise veröffentlichen.
Für Gastgeber sind transparente Preise besonders wichtig, weil Gäste direkt mit Buchungsportalen vergleichen. Wie das gelingt, beschreibt der Artikel Gastanfragen richtig beantworten.
3. Preise auf der Website als Rahmen: Beispielprojekte mit Kostenhinweis
Ein Mittelweg sind beschriebene Beispielprojekte mit einem Hinweis auf den Aufwand. Das funktioniert nur mit echten, abgeschlossenen Projekten, deren Kosten Sie kennen und veröffentlichen dürfen. Erfundene oder geschönte Beispiele schaden mehr, als sie nützen.
Wenn Sie diesen Weg wählen, beschreiben Sie das Projekt so genau, dass der Leser einschätzen kann, wie ähnlich sein eigenes Vorhaben ist: Größe, Ausgangslage, Material, besondere Schwierigkeiten. Sagen Sie deutlich, dass jedes Vorhaben einzeln kalkuliert wird.
Ein Beispiel für so einen Rahmen: Ein Fliesenlegerbetrieb beschreibt drei abgeschlossene Bäder unterschiedlicher Größe und Ausstattung und nennt jeweils, welche Arbeiten den Aufwand bestimmt haben. Ein Interessent sieht, welches Bad seinem am nächsten kommt, ohne dass der Betrieb einen Pauschalpreis versprechen muss.
4. Den Weg zum Angebot transparent machen
Auch wer keinerlei Zahlen nennt, kann sehr offen mit dem Thema Kosten umgehen. Kunden wollen vor allem wissen, wie sie zu einem verlässlichen Preis kommen und was sie das kostet. Beantworten Sie diese Fragen auf der Website:
- Ist die Besichtigung oder das erste Gespräch kostenlos, oder fällt eine Pauschale an?
- Wann bekommt der Kunde ein schriftliches Angebot, und wie lange gilt es?
- Was passiert, wenn sich während der Arbeit zusätzlicher Aufwand zeigt?
- Ab welchem Umfang lohnt sich eine Anfrage, und gibt es Aufträge, die Sie nicht annehmen?
Diese Antworten nehmen vielen Kunden die Unsicherheit, überhaupt anzufragen. Wie Sie die Anfrage selbst einfach machen, beschreibt der Artikel Kontaktwege auf der Website.
Welcher Weg passt zu Ihrem Betrieb?
Die Wege schließen sich nicht aus. Ein SHK-Betrieb kann für die Heizungswartung einen festen Preis nennen und für die Badsanierung die Preisfaktoren erklären. Eine Prüffrage hilft bei der Entscheidung: Würden Sie den Preis, den Sie auf die Website schreiben, bei den allermeisten Kunden tatsächlich so abrechnen? Wenn nicht, erklären Sie lieber die Faktoren.
Eines sollten Sie in jedem Fall vermeiden: Lockpreise, die fast nie gelten. Sie bringen vielleicht mehr Anfragen, aber vor allem Anfragen von Kunden, die enttäuscht abspringen, sobald das echte Angebot kommt.
Was Sie jetzt tun können
Gehen Sie Ihre Leistungsseiten einzeln durch und entscheiden Sie für jede:
- Lässt sich diese Leistung so genau beschreiben, dass ein fester Preis seriös ist?
- Wenn nicht: Steht auf der Seite, wovon der Preis abhängt?
- Ist beschrieben, wie der Kunde zu einem Angebot kommt und was die Besichtigung kostet?
- Fragt Ihr Anfrageformular nach den Angaben, die Sie für eine erste Einschätzung brauchen?
Was ich für Handwerksbetriebe umsetze, beschreibt die Seite Website für Handwerker, für Gastgeber die Seite Website für Ferienwohnungen. Wenn Sie wissen möchten, wie Ihre Website mit dem Thema Kosten umgeht, schreiben Sie mir über das Kontaktformular.
Häufige Fragen
Sollte ein Handwerksbetrieb Preise auf der Website nennen?
Für klar umrissene, wiederkehrende Leistungen ja, für Einzelanfertigungen und Sanierungen meist nicht. Dort ist es besser zu erklären, wovon der Preis abhängt und wie Kunden zu einem verbindlichen Angebot kommen.
Schrecken Preise auf der Website Kunden ab?
Realistische Preise filtern eher Anfragen heraus, die ohnehin nicht zum Betrieb passen. Abschreckend wirken vor allem fehlende Informationen oder Preise, die sich später als unrealistisch herausstellen.
Was muss ich beachten, wenn ich Preise veröffentliche?
Gegenüber Verbrauchern muss der Gesamtpreis einschließlich Umsatzsteuer angegeben werden, und es sollte klar sein, was im Preis enthalten ist. Klären Sie Einzelheiten im Zweifel mit Ihrer Steuer- oder Rechtsberatung.