Tipps & Tricks
Kontaktwege auf der Website: 5 Wege, über die Kunden wirklich anfragen
Viele Besucher wollen anfragen und finden keinen passenden Weg. Fünf Kontaktwege, wie Sie sie auf der Website anbieten und welche Sie besser weglassen.
Kurz gesagt: Gute Kontaktwege auf der Website sind die, die Kunden ohne Umweg nutzen können und die Sie zuverlässig betreuen. Für die meisten lokalen Betriebe sind das eine antippbare Telefonnummer, ein kurzes Anfrageformular und ein Rückrufwunsch, ergänzt um WhatsApp oder E-Mail, wenn jemand diese Kanäle täglich im Blick hat. Entscheidend ist weniger die Zahl der Wege als ihre Sichtbarkeit und eine verlässliche Antwort.
Ein Besucher, der bis zur Kontaktseite kommt, hat sich fast entschieden. Wenn er dort nur eine E-Mail-Adresse findet oder ein Formular mit zwölf Pflichtfeldern, springt er ab und fragt beim nächsten Betrieb an. Jeder Kontaktweg ist deshalb eine kleine Hürde, die so niedrig wie möglich sein sollte.
1. Telefon: antippbar, mit Zeiten und Namen
Das Telefon ist für viele Kunden von Handwerkern und lokalen Betrieben der erste Weg, vor allem bei dringenden Anliegen. Auf dem Smartphone muss sich die Nummer direkt antippen lassen. Technisch ist das ein Link mit tel:, der die Telefon-App mit der Nummer öffnet.
Drei Angaben machen den Anruf leichter:
- Erreichbarkeit: zu welchen Zeiten jemand abnimmt, zum Beispiel „Mo bis Fr, 7 bis 9 Uhr und 16 bis 18 Uhr“, wenn tagsüber alle auf der Baustelle sind.
- Ansprechpartner: ein Name, idealerweise mit Foto. Das senkt die Hemmschwelle.
- Was danach passiert: etwa „Wenn niemand abnimmt, hinterlassen Sie Namen und Nummer, wir rufen am selben Tag zurück.“
Prüffrage: Steht die Nummer auf dem Smartphone ganz oben im Kopfbereich oder in einer Leiste, die beim Scrollen sichtbar bleibt? Wenn sie erst im Fußbereich auftaucht, ist sie zu versteckt. Woran man weitere Schwächen eines Auftritts erkennt, beschreibt der Artikel Website veraltet? 7 Anzeichen.
2. Anfrageformular: kurz und gezielt
Das Formular ist der Weg für alle, die nicht telefonieren wollen oder können, etwa abends auf dem Sofa. Es funktioniert gut, wenn es kurz ist und gezielt fragt.
- Wenige Pflichtfelder: Name und eine Kontaktmöglichkeit reichen als Pflicht. Alles Weitere ist freiwillig.
- Gezielte Felder: Art des Vorhabens, Ort, gewünschter Zeitraum und ein Feld für Fotos liefern Ihnen mehr als ein großes Textfeld.
- Klare Bestätigung: Nach dem Absenden sieht der Kunde, dass die Anfrage angekommen ist und bis wann er eine Antwort bekommt.
- Datenschutzhinweis: ein kurzer Satz mit Link zur Datenschutzerklärung, wie mit den Angaben umgegangen wird.
Welche Felder für ein bestimmtes Gewerk sinnvoll sind, zeigt der Artikel Anfrageformular für Maßarbeit am Beispiel einer Schreinerei. Das Prinzip lässt sich auf jeden Betrieb übertragen.
Testen Sie das Formular regelmäßig selbst. Ein Formular, das stillschweigend nicht mehr zustellt, fällt oft erst auf, wenn wochenlang keine Anfrage kam.
3. Rückrufwunsch: der Weg für alle, die nicht warten wollen
Ein Rückrufwunsch ist ein sehr kurzes Formular mit Name, Telefonnummer und gewünschtem Zeitfenster. Er passt gut zu Betrieben, die tagsüber schwer erreichbar sind, und zu Kunden, die lieber sprechen als schreiben, aber nicht in der Warteschleife hängen wollen.
Wichtig ist das Versprechen dahinter. Schreiben Sie nur „Wir rufen Sie innerhalb eines Werktags zurück“, wenn Sie das auch schaffen. Ein Rückruf, der nie kommt, kostet mehr Vertrauen als ein Rückrufwunsch, den es gar nicht gibt.
Ein Beispiel: Ein Elektrobetrieb bietet neben der Telefonnummer ein Rückruffeld mit drei Zeitfenstern an. Die Bürokraft ruft jeden Nachmittag gesammelt zurück, statt den ganzen Tag ans Telefon zu müssen.
4. WhatsApp: praktisch, aber nur mit klaren Regeln
Viele Kunden schicken Fotos und kurze Fragen am liebsten per Messenger. Für Betriebe, bei denen ein Bild mehr sagt als eine Beschreibung, kann WhatsApp deshalb ein guter zusätzlicher Weg sein, etwa für ein Foto vom Schaden oder vom Raum.
Bevor Sie den Kanal anbieten, klären Sie drei Dinge:
- Wer liest mit? Nachrichten landen auf einem bestimmten Gerät. Legen Sie fest, wer antwortet und was im Urlaub passiert.
- Wie wird verlinkt? Ein einfacher Link, der WhatsApp erst beim Antippen öffnet, lädt auf Ihrer Website nichts von Dritten nach. Eingebettete Chat-Widgets laden dagegen oft fremde Skripte und brauchen dann meist eine Einwilligung.
- Datenschutz im Betrieb: Der Einsatz von WhatsApp im geschäftlichen Umfeld wirft Datenschutzfragen auf, etwa beim Zugriff auf das Adressbuch eines Diensthandys. Lassen Sie sich im Zweifel beraten, bevor Sie den Kanal öffentlich anbieten.
Bieten Sie WhatsApp als Ergänzung an, nicht als einzigen Weg. Nicht jeder Kunde nutzt den Dienst.
5. E-Mail: sichtbar, aber nicht als einziger Weg
Eine E-Mail-Adresse gehört auf jede Website, schon für Kunden, die Unterlagen schicken wollen. Als einziger Kontaktweg ist sie aber schwach: Der Kunde muss sein E-Mail-Programm öffnen, sich einen Betreff ausdenken und weiß nicht, welche Angaben Sie brauchen.
Nutzen Sie eine Adresse mit Ihrer eigenen Domain, etwa eine Funktionsadresse wie anfrage@, die bei Personalwechsel einfach einer anderen Person zugeordnet werden kann. Warum das wichtig ist, steht im Artikel Domain und E-Mail im Betrieb.
Wo die Kontaktwege auf der Website stehen sollten
Der beste Kontaktweg nützt nichts, wenn ihn niemand findet. Drei Stellen haben sich bewährt:
- Kopfbereich: Telefonnummer und ein Knopf „Anfrage stellen“, auf dem Smartphone dauerhaft sichtbar.
- Ende jeder Leistungsseite: ein kurzer Satz mit dem nächsten Schritt, etwa „Schicken Sie uns zwei Fotos und den gewünschten Zeitraum“, dazu Formular oder Telefonnummer.
- Eigene Kontaktseite: alle Wege, Erreichbarkeit, Adresse und Einzugsgebiet auf einen Blick.
Wie Sie den Text vor dem nächsten Schritt formulieren, beschreibt der Artikel Website-Texte für Handwerksbetriebe.
Was Sie jetzt tun können
Nehmen Sie Ihr Smartphone und spielen Sie einen Kunden:
- Finden Sie auf der Startseite in wenigen Sekunden eine Telefonnummer, und lässt sie sich antippen?
- Schicken Sie sich selbst eine Anfrage über das Formular. Kommt sie an, und wie viele Pflichtfelder mussten Sie ausfüllen?
- Steht irgendwo, bis wann Sie antworten?
- Bieten Sie Kanäle an, die niemand regelmäßig liest? Dann entfernen Sie sie lieber.
Wenn Sie dabei an mehreren Stellen hängen bleiben, lohnt sich eine Überarbeitung der Kontaktwege. Was ich für Handwerksbetriebe umsetze, beschreibt die Seite Website für Handwerker, einen Überblick über alle Bausteine finden Sie unter Leistungen. Für eine Einschätzung Ihres Auftritts schreiben Sie mir über das Kontaktformular.
Häufige Fragen
Wie viele Kontaktwege sollte eine Website anbieten?
So viele, wie Sie zuverlässig betreuen können. Für die meisten lokalen Betriebe reichen Telefon, ein kurzes Formular und eine E-Mail-Adresse; Rückrufwunsch oder WhatsApp kommen dazu, wenn jemand sie täglich im Blick hat.
Darf ich WhatsApp auf der Website als Kontaktweg anbieten?
Ein einfacher Link, der WhatsApp erst beim Antippen öffnet, lässt sich in der Regel ohne eingebettete Fremdskripte umsetzen. Der Einsatz des Dienstes im Betrieb wirft aber eigene Datenschutzfragen auf, die Sie vorab klären sollten.
Ist ein Kontaktformular besser als eine E-Mail-Adresse?
Für die meisten Anfragen ja, weil es gezielt nach den Angaben fragt, die Sie brauchen, und dem Kunden das Formulieren abnimmt. Die E-Mail-Adresse sollte trotzdem sichtbar bleiben, etwa für Unterlagen und Rückfragen.
Wie schnell sollte man auf Anfragen antworten?
So schnell, wie Sie es dauerhaft schaffen, und so, wie Sie es auf der Website ankündigen. Eine angekündigte und eingehaltene Antwortzeit wirkt verlässlicher als ein vages „Wir melden uns“.