Tipps & Tricks · Für Malerbetriebe
Vorher-nachher-Bilder für Malerbetriebe: So zeigen Sie den Unterschied, den Farbe macht
Farbe wirkt im Foto oft schwächer als im Raum. Wie Malerbetriebe mit wenig Aufwand Vorher-nachher-Bilder machen, die den Unterschied zeigen und Anfragen bringen.
Kurz gesagt: Vorher-nachher-Bilder sind für Malerbetriebe der stärkste Beleg. Sie wirken, wenn beide Aufnahmen vom gleichen Standpunkt und bei ähnlichem Licht entstehen, wenn Details wie Kanten und Übergänge sichtbar sind und ein kurzer Text Aufgabe und Vorgehen erklärt. Ohne diese Disziplin bleibt der Unterschied unklar oder wirkt getrickst.
Malerarbeit hat eine Besonderheit: Das Ergebnis ist Fläche, und Fläche lässt sich schwer fotografieren. Eine frisch gestrichene Wand sieht im Foto oft aus wie eine weiße Wand. Umso wichtiger ist, dass Sie Bilder so aufnehmen, dass der Unterschied lesbar wird.
Der gleiche Standpunkt
Fotografieren Sie Vorher und Nachher von exakt derselben Stelle, mit derselben Höhe und demselben Winkel. Markieren Sie sich den Punkt, etwa mit Klebeband am Boden oder einem Gegenstand im Bild als Orientierung (Fensterrahmen, Türzarge). Wenn Sie ein Stativ haben, lassen Sie es stehen. Wenn nicht, merken Sie sich die Position und die Höhe, zum Beispiel Brusthöhe.
Das klingt banal, entscheidet aber über die Glaubwürdigkeit. Bilder aus unterschiedlichen Winkeln lassen Zweifel aufkommen, ob der Unterschied echt ist.
Licht und Farbe
Farben verändern sich mit dem Licht. Warmes Abendlicht lässt Weiß gelblich wirken, kaltes Licht bläulich. Fotografieren Sie deshalb möglichst zur gleichen Tageszeit und bei ähnlichen Bedingungen. Schalten Sie, wenn möglich, Kunstlicht aus oder an, aber nicht gemischt.
Verzichten Sie auf starke Filter. Ein Foto, das Farbtöne verfälscht, führt später zu Missverständnissen mit Kunden, die den Farbton aus dem Bild erwarten. Wenn Sie einen bestimmten Farbton nennen, nutzen Sie die Bezeichnung des Herstellers oder des Farbfächers, damit klar ist, was gemeint ist. Dabei gilt: Bildschirme geben Farben nie exakt wieder, ein Hinweis darauf ist ehrlich.
Details, die Qualität zeigen
Neben dem Gesamteindruck überzeugen Details: saubere Kanten an Decke und Leisten, gleichmäßige Fläche ohne Ansätze, glatte Übergänge zu Fenstern und Türen, sauber ausgeführte Lackierung an Zargen. Machen Sie dafür Nahaufnahmen im Streiflicht, das Unebenheiten sichtbar macht. Das ist für Kunden eine ehrliche Prüfung und für Sie ein Qualitätsbeleg.
Was der Text sagen sollte
Ein Bildpaar ohne Text ist ein Rätsel. Ergänzen Sie drei bis fünf Sätze:
- Ausgangslage: Zustand vor dem Auftrag (Risse, alte Farbe, Flecken, Tapete).
- Aufgabe: Was sollte erreicht werden (Auffrischung, Farbwechsel, Sanierung)?
- Vorgehen: Vorbereitung (Spachteln, Grundieren), Anstrich, Besonderheiten.
- Ort und Größe: Region und grobe Fläche oder Raumart, wenn Kunden zustimmen.
Zur Ehrlichkeit gehört, Grenzen zu nennen. Wenn ein Untergrund nur mit Aufwand zu retten war, schreiben Sie es. Das zeigt Fachwissen und bereitet Kunden auf realistische Angebote vor.
Einverständnis und Privatsphäre
Fotografieren Sie Wohnräume nur mit Einverständnis, und zeigen Sie keine persönlichen Gegenstände, Familienfotos oder Adressen. Räumen Sie vor den Aufnahmen auf oder lassen Sie den Raum frei. Das Einverständnis holen Sie am besten schriftlich per E-Mail ein. Rechtliche Einzelfragen klären Sie mit Ihrer Handwerkskammer.
Wie viele Projekte, und wohin damit?
Zeigen Sie fünf bis zehn Projekte, sortiert nach Leistung: Innenräume, Fassade, Lackierungen, Sanierung. Verlinken Sie jedes Projekt von der passenden Leistungsseite. Wie das aufgebaut sein kann, steht im Artikel Leistungsseiten für Malerbetriebe und auf der Seite Website für Maler. Ein einzelnes Projekt muss auch ohne die übrige Website verständlich sein, denn viele Besucher landen direkt darauf.
Von den Bildern zur Anfrage
Unter jedem Projekt sollte ein klarer nächster Schritt stehen: „Ähnliches Vorhaben? Schicken Sie mir ein Foto, ich melde mich mit einer ersten Einschätzung.“ Wie das Formular für Malerbetriebe aussehen kann, beschreibt der Artikel Anfrage mit Fotos und Ersteinschätzung. Stimmen zufriedener Kunden zum Projekt stärken die Wirkung, mehr dazu in Kundenstimmen auf der Website.
Was Sie jetzt tun können
Planen Sie beim nächsten Auftrag drei Fotos ein: Vorher, Nachher vom gleichen Punkt, ein Detail. Notieren Sie die Aufgabe in zwei Sätzen und fragen Sie den Kunden nach seinem Einverständnis. Wenn Sie Hilfe bei der Auswahl und Gestaltung brauchen, schreiben Sie mir über das Kontaktformular.
Häufige Fragen
Brauche ich eine Kamera, oder reicht das Smartphone?
Das Smartphone reicht. Achten Sie auf Tageslicht, gerade Linien und scharfe Details. Eine teure Kamera bringt weniger als konsequent gleiche Standpunkte.
Wie zeige ich Fassadenarbeiten, die man nicht komplett sieht?
Zeigen Sie Details und Ausschnitte, ergänzt um Gesamtbilder von gegenüber oder aus ausreichender Entfernung. Achten Sie beim Fotografieren aufs Gerüst und die Sicherheit.
Darf ich Farbtöne nennen?
Ja, mit Herstellerbezeichnung oder Fächer-Nummer, wenn Kunden einverstanden sind. Weisen Sie darauf hin, dass Bildschirmfarben abweichen können.