SEO & Sichtbarkeit
Checkliste: Technik für KI-Suchen, damit ChatGPT, Google und Perplexity Ihre Seite lesen können
Gute Inhalte nützen nichts, wenn Suchsysteme die Seite nicht lesen dürfen oder finden. Die wichtigsten technischen Punkte, kurz erklärt und zum Abhaken.
Kurz gesagt: Damit eine Website in ChatGPT, Google AI Overviews oder Perplexity vorkommen kann, müssen die Systeme sie lesen dürfen und finden. Dazu gehören eine robots.txt, die die Crawler nicht aussperrt, eine aktuelle Sitemap, die Anmeldung bei Google Search Console und Bing Webmaster Tools, saubere strukturierte Daten, schnelle Ladezeiten und gut lesbare HTML-Seiten. Das meiste lässt sich in einem Nachmittag prüfen.
Die technische Basis wirkt unspektakulär, ist aber die Voraussetzung für alles andere. Eine hervorragende Leistungsseite, die ein Crawler nicht abrufen darf, kommt in keiner Antwort vor. Die folgende Liste ist so aufgebaut, dass Sie sie Punkt für Punkt durchgehen können.
1. robots.txt: Darf der Crawler überhaupt rein?
Die Datei robots.txt liegt im Hauptverzeichnis Ihrer Website (zum Beispiel ihre-domain.de/robots.txt) und sagt Suchsystemen, was sie lesen dürfen. Prüfen Sie, ob dort etwas steht, das alles sperrt (Disallow: / für alle). Das passiert manchmal nach einem Relaunch oder durch ein Plugin.
Die großen Anbieter verwenden eigene Crawler mit unterschiedlichen Aufgaben. OpenAI unterscheidet zum Beispiel einen Crawler, der Seiten für die Suche in ChatGPT erfasst (OAI-SearchBot), einen für das Training von Modellen (GPTBot) und einen für Abrufe im Auftrag eines Nutzers (ChatGPT-User). Wer in den Suchergebnissen von ChatGPT auftauchen will, sollte den Suchcrawler nicht sperren. Ob Sie dem Training zustimmen, entscheiden Sie getrennt davon. Andere Anbieter haben eigene Bezeichnungen, etwa PerplexityBot. Die Namen und Regeln ändern sich, prüfen Sie sie in den Hinweisen der Anbieter.
2. Sitemap: Wissen die Systeme, welche Seiten es gibt?
Eine sitemap.xml listet alle wichtigen Seiten auf. Sie hilft, neue Seiten schneller zu finden. Prüfen Sie, ob sie erreichbar ist, nur Seiten enthält, die es gibt, und in der robots.txt verlinkt ist.
3. Google Search Console und Bing Webmaster Tools
Melden Sie Ihre Website bei der Google Search Console an und reichen Sie die Sitemap ein. Dort sehen Sie, welche Seiten im Index stehen und ob es Probleme gibt. Legen Sie auch die Bing Webmaster Tools an: Der Bing-Index spielt für mehrere Suchsysteme und Assistenten eine Rolle. Zusätzlich können Sie neue oder geänderte Seiten über das Protokoll IndexNow melden, das Bing unterstützt; Google nutzt es nicht.
4. Indexierung prüfen
Suchen Sie bei Google nach site:ihre-domain.de. Sehen Sie Ihre wichtigsten Seiten? Steht in Ihrer Search Console bei wichtigen Seiten „Gefunden, zurzeit nicht indexiert“ oder „Gecrawlt, zurzeit nicht indexiert“, fehlt es oft an Einzigartigkeit oder Nutzen. Verbessern Sie die Seite, statt weitere ähnliche anzulegen.
5. Seiten im HTML lesbar halten
Inhalte, die erst durch aufwendiges Nachladen im Browser entstehen, werden von manchen Crawlern schlecht gelesen. Wichtige Texte sollten direkt im HTML der Seite stehen. Testen Sie, indem Sie sich die Quelltext-Ansicht Ihrer Seite ansehen: Steht die Leistungsbeschreibung darin? Eine klare Überschriftenstruktur (eine H1, darunter H2 und H3) hilft zusätzlich.
6. Strukturierte Daten
Mit strukturierten Daten (Schema.org) beschreiben Sie, was auf einer Seite steht: Ihr Unternehmen, Ihre Leistung, Öffnungszeiten, häufige Fragen. Sie sind kein Zaubermittel, aber sie machen Aussagen eindeutig. Sinnvoll sind für Betriebe vor allem: Organization oder LocalBusiness mit Adresse und Telefon, Service für Leistungen, FAQPage für echte Fragelisten und BreadcrumbList für die Seitenstruktur. Prüfen Sie sie mit dem Test für Rich Results von Google. Vorsicht bei Bewertungen: Sie dürfen nur ausgezeichnet werden, wo Google das unterstützt.
7. Ladezeit und Mobilansicht
Langsame oder mobil unbrauchbare Seiten schneiden in allen Suchsystemen schlechter ab. Prüfen Sie mit PageSpeed Insights, wie Ihre wichtigsten Seiten abschneiden, und beheben Sie die größten Bremsen: zu große Bilder, unnötige Skripte, fehlendes Caching.
8. Konsistente Angaben im Netz
Name, Adresse, Telefon und Leistungen müssen auf Website, Google-Unternehmensprofil, Bing Places und in Verzeichnissen übereinstimmen. Mehr dazu im Artikel Google-Unternehmensprofil optimieren.
9. Eine llms.txt? Ein optionaler Zusatz
Manche Betriebe legen eine Datei llms.txt an, die Systemen eine kurze, strukturierte Übersicht über die Website gibt. Sie ist ein Vorschlag, kein anerkannter Standard, und ob die großen Anbieter sie auswerten, ist nicht belegt. Sie schadet nicht, ersetzt aber keinen der Punkte oben.
10. Messen
Prüfen Sie regelmäßig, ob Anfragen von Assistenten oder Suchsystemen kommen: in der Statistik unter Herkunft der Besucher. ChatGPT hängt an Links teils eine erkennbare Herkunft an. Stellen Sie außerdem Ihre typischen Kundenfragen und notieren Sie, wer genannt wird.
Warum die Inhalte mindestens so wichtig sind wie die Technik, steht in In ChatGPT und KI-Suchen gefunden werden und Kundenfragen in KI-Suchen. Beim Umzug einer Website sollten Sie außerdem Ranking-Verluste vermeiden.
Was Sie jetzt tun können
Öffnen Sie diese Woche Ihre robots.txt und prüfen Sie, ob dort etwas sperrt. Legen Sie die Bing Webmaster Tools an, falls Sie das noch nicht getan haben. Lassen Sie sich von der Search Console Ihre nicht indexierten Seiten zeigen. Wenn Sie das gemeinsam durchgehen möchten, schreiben Sie mir über das Kontaktformular oder sehen Sie unter Leistungen, was ich für Betriebe umsetze.
Häufige Fragen
Muss ich Crawler von KI-Anbietern ausdrücklich erlauben?
Wenn Ihre robots.txt nichts sperrt, sind sie in der Regel erlaubt. Sinnvoll ist, nachzusehen, dass kein pauschales Verbot besteht und Ihre wichtigsten Seiten erreichbar sind.
Ist das Sperren des Trainingscrawlers ein Nachteil für die Sichtbarkeit?
Das hängt vom Anbieter und kann sich ändern. Die Anbieter beschreiben ihre Crawler in der Regel getrennt nach Training und Suche. Informieren Sie sich bei den Dokumentationen der Anbieter und entscheiden Sie bewusst.
Brauche ich eine Agentur für diese Technik?
Vieles können Sie selbst prüfen, vieles lässt sich mit der Search Console und kostenlosen Testwerkzeugen klären. Hilfe lohnt sich bei Relaunch, strukturierten Daten und Problemen mit der Indexierung.