Website-Strategie
Website veraltet? 7 Anzeichen, dass Ihr Auftritt Anfragen kostet
Eine veraltete Website fällt selten durch einen großen Fehler auf, sondern durch viele kleine. Diese sieben Anzeichen können Sie in wenigen Minuten selbst prüfen.
Kurz gesagt: Eine Firmenwebsite ist veraltet, wenn sie Besuchern auf dem Smartphone nicht innerhalb weniger Sekunden beantwortet, was Sie anbieten, wo Sie tätig sind und wie man Sie erreicht. Die folgenden sieben Anzeichen helfen bei der Einordnung — jedes mit einer Prüffrage, die Sie ohne technisches Wissen beantworten können.
1. Auf dem Smartphone muss man zoomen, um etwas zu finden
Viele Interessenten sehen Ihre Website zuerst auf dem Handy, oft direkt nach einer Google-Suche oder aus dem Google-Unternehmensprofil heraus. Google selbst bewertet Websites seit der Umstellung auf die sogenannte Mobile-First-Indexierung primär anhand ihrer mobilen Version. Zu kleine Schrift, Buttons, die zu eng beieinanderliegen, oder Inhalte, die seitlich aus dem Bildschirm laufen, sind deshalb nicht nur unbequem, sondern auch für die Sichtbarkeit ein Nachteil.
Prüffrage: Finden Sie auf Ihrem eigenen Handy Ihre Leistungen und Ihre Telefonnummer, ohne zu zoomen?
2. Die Telefonnummer lässt sich nicht antippen
Für Handwerksbetriebe und lokale Dienstleister ist der Anruf häufig der wichtigste Kontaktweg. Ist die Nummer nur als Bild eingebunden, als reiner Text ohne Telefon-Link hinterlegt oder ganz unten im Footer versteckt, geht genau an dieser Stelle ein Teil der Anfragen verloren. Eine moderne Website zeigt die Nummer auf jeder Seite gut sichtbar und startet beim Antippen direkt den Anruf.
Prüffrage: Wählt Ihr Handy die Nummer, wenn Sie auf Ihrer Website darauf tippen?
3. Niemand versteht in fünf Sekunden, was Sie machen
Startseiten, die mit „Herzlich willkommen auf unserer Homepage“ beginnen, verschenken den wichtigsten Platz der ganzen Website. Der erste sichtbare Bereich sollte drei Dinge klar beantworten: was Sie anbieten, für wen und in welcher Region. Ein Satz wie „Badsanierung aus einer Hand für Privatkunden rund um Lindau“ leistet mehr als jede allgemeine Begrüßung — und er hilft zugleich Suchmaschinen und KI-Assistenten, Ihren Betrieb richtig einzuordnen.
Prüffrage: Würde jemand, der Ihren Betrieb nicht kennt, nach dem ersten Blick sagen können, was Sie machen und wo?
4. Referenzen fehlen oder sind Jahre alt
Für Handwerksbetriebe sind gezeigte Projekte meist das stärkste Argument. Interessenten wollen sehen, ob Sie Aufträge wie ihren schon umgesetzt haben. Fehlen Referenzen ganz oder stammt das jüngste Projekt aus einer Zeit, die man an den Fotos erkennt, entsteht der Eindruck, dass der Betrieb online nicht mehr gepflegt wird. Wie eine ehrliche, aktuelle Referenzdarstellung aussehen kann, zeige ich auf meiner eigenen Referenzseite.
Prüffrage: Zeigt Ihre Website mindestens ein Projekt aus den letzten zwölf Monaten?
5. Der Browser meldet „Nicht sicher“
Websites ohne HTTPS-Verschlüsselung werden von gängigen Browsern wie Chrome sichtbar als „Nicht sicher“ markiert. Das wirkt auf Besucher abschreckend, und bei Kontaktformularen werden Eingaben dann unverschlüsselt übertragen — ein Problem für den Datenschutz. Ein gültiges SSL-Zertifikat gehört heute zur Grundausstattung jeder Website und ist bei den meisten Hosting-Anbietern ohne Aufpreis verfügbar.
Prüffrage: Steht in der Adresszeile Ihres Browsers ein Schloss-Symbol bzw. beginnt die Adresse mit https://?
6. Die Seite lädt spürbar langsam
Große, unkomprimierte Bilder, veraltete Themes und viele Plugins machen Websites langsam. Google misst das Nutzererlebnis unter anderem mit den Core Web Vitals: der Ladezeit des größten sichtbaren Elements (LCP), der Reaktionszeit auf Eingaben (INP) und der Stabilität des Layouts beim Laden (CLS). Mit dem kostenlosen Google-Tool PageSpeed Insights können Sie diese Werte für Ihre eigene Website abrufen, ohne etwas installieren zu müssen.
Prüffrage: Zeigt PageSpeed Insights für die mobile Ansicht Ihrer Startseite überwiegend grüne Werte?
7. Inhalte und Pflichtangaben sind nicht mehr aktuell
Alte Öffnungszeiten, ausgeschiedene Mitarbeitende auf Teamfotos oder Leistungen, die Sie gar nicht mehr anbieten, kosten Vertrauen. Dazu kommen Pflichtangaben: Impressum und Datenschutzerklärung müssen zu Ihrem Betrieb und zu den tatsächlich eingesetzten Diensten passen. Rechtsgrundlage für das Impressum ist seit Mai 2024 das Digitale-Dienste-Gesetz (DDG), das die Regelungen des früheren Telemediengesetzes abgelöst hat.
Prüffrage: Stimmen Leistungen, Ansprechpartner, Öffnungszeiten und Pflichtangaben mit dem heutigen Stand Ihres Betriebs überein?
Was Sie mit dem Ergebnis anfangen
Treffen ein oder zwei Punkte zu, lassen sie sich oft gezielt beheben, ohne die ganze Website neu aufzubauen. Treffen drei oder mehr zu, ist ein Relaunch meist die wirtschaftlichere Lösung, weil sich Struktur, Technik und Inhalte gegenseitig bedingen. Welche Bausteine dabei typischerweise dazugehören, habe ich auf der Seite Leistungen zusammengefasst, und wie ein Relaunch ohne großen Aufwand für Ihren Betrieb abläuft, beschreibt der Ablauf.
Wer bei der Überarbeitung Zeit sparen möchte, kann für Texte und Projektberichte inzwischen auch KI sinnvoll einsetzen — wo das im Betriebsalltag wirklich hilft, lesen Sie in KI im Handwerk: 5 Einsatzfelder.
Häufige Fragen
Wie oft sollte eine Firmenwebsite überarbeitet werden?
Einen festen Rhythmus gibt es nicht. Inhalte wie Referenzen, Leistungen und Öffnungszeiten sollten laufend gepflegt werden. Technik und Gestaltung sollten Sie spätestens dann prüfen, wenn mehrere der oben genannten Anzeichen zutreffen.
Muss ich für eine neue Website meine Domain wechseln?
In der Regel nicht. Eine bestehende Domain kann meist weiterverwendet werden und zeigt nach dem Go-live einfach auf die neue Website. Auch bestehende E-Mail-Adressen bleiben in der Regel erhalten.
Kann ich selbst prüfen, wie schnell meine Website lädt?
Ja. Das kostenlose Google-Tool PageSpeed Insights zeigt für jede öffentlich erreichbare Seite die Core Web Vitals für Mobilgeräte und Desktop an, jeweils mit Hinweisen, was die Ladezeit verlängert.